Automatische Spieluhr

Diese automatische Spieluhr ist im Rahmen der Produktion “Kindheit” am Theater im Marienbad Freiburg entstanden. Es handelt sich um ein akustisches Instrument mit einer elektronischen Steuerung. Die Uhr wird auf der Bühne direkt von den Schauspielern bedient, ist aber auch von der Tontechnik aus fernsteuerbar, was eine genaue Synchronisierung mit anderen Musikquellen ermöglicht. Die Musik ist in Papierlochstreifen eingestanzt, wobei die Positionen der Löcher die gespielten Noten und den Rhythmus festlegen.

Das Instrument

Das Instrument - Konstruktion: Carlo Philipp ThomsenBei einem Blick ins Innere dieses Instruments kommen Motoren, Computerchips und schließlich die feine Spieluhrmechanik zum Vorschein. Die passgenauen Gehäuseteile entstehen in einer Schreinerwerkstatt gleich der, in welcher auch die Tonaufnahmen für das Sounddesign und die Musik gemacht wurden. Alle mechanischen Komponenten sind so gut es geht vom eigentlichen Klangkörper entkoppelt, sodass dieser möglichst nur den reinen Spieluhrklang verstärkt. So kann die Spieluhr den Zuschauerraum ohne zusätzliche Verstärkung beschallen.

Die Musik

Spieluhr - Konstruktion: Carlo Philipp ThomsenDie Rohlinge für die Lochstreifen werden grob abgelängt und mit der Stanzschablone bedruckt. Diese wird direkt aus den Midi-Dateien einer Musiksoftware generiert und anschließend von Hand ausgestanzt. Somit können Tempi präzise definiert und Agogik mit einkomponiert werden. Der nicht chromatische Tonvorrat bildet eine Struktur die auch für den Kompositionsprozess der restlichen, nicht von der Spieluhr vorgetragenen Musik, prägend war.

Das Requisit

Spieluhr - Konstruktion: Carlo Philipp ThomsenDie Bühnenbildner versehen die Uhr mit einem passenden Finish und integrieren sie in die Kulisse. Unabhängig von ihrer Bedeutung für das Musikkonzept, bringt alleine das Objekt Spieluhr eine ganz eigene Aura und ein weites Bedeutungsumfeld mit, in ein Theaterstück, das von Kindheit und Erinnerung an Kindheit erzählt.